
Barbara Spahn, fot.: Thomas/ SOWA. Sehr geehrter Herr Kosiewski! Als 1945 das ganze Ausmaß der Verbrechen der Nationalsozialisten deutlich wurde, äußerte sich das Entsetzen in der ganzen Welt und in Deutschland in dem Satz, der zugleich eine heilige Verpflichtung sein sollte: Nie wieder Euthanasie! Nur 65 Jahre später sind wir heute wieder mit einer potentiell gleichen Politik konfrontiert, die von einer klammheimlichen Rationierung bei der medizinischen Versorgung zu einer offenen "Regelung" übergeht, bestimmte Kategorien von Patienten schon lange nicht mehr gut und nun nicht einmal mehr ausreichend zu versorgen.
Als ein Dammbruch muß die jüngste Ankündigung des Präsidenten der Bundesärztekammer, Professor Jörg-Dietrich Hoppe angesehen werden, der mitteilte, die deutsche Ärzteschaft werde ihr Berufsrecht beim Thema Sterbehilfe auf Grund einer geänderten Stimmung unter den Ärzten ändern. Daß die Beihilfe zum Suizid nach dem ärztlichen Standesrecht als unethisch verboten sei, während sie nach dem Strafrecht nicht verfolgt werde, daran könne nicht länger festgehalten werden.
Diese Aussage Professor Hoppes kommt nur wenige Tage, bevor der von Präsident Obama eingesetzte Direktor des Zentrums für Medicare- und Medicaid-Dienste, Dr. Donald Berwick, am 1. Januar eine neue Regelung einführt, die ab sofort Ärzte in den USA finanziell belohnt, wenn sie möglichst viele Patienten unter dem Vorwand einer "Planung für das Lebensende" überreden können, im Notfall auf lebensverlängernde Maßnahmen zu verzichten. Genau diese Regelung war 2009 vom amerikanischen Kongreß, also dem gesetzgebenden Regierungszweig, während der Debatte über das Gesundheitsgesetz explitzit abgelehnt worden, nachdem Lyndon LaRouche darauf hingewiesen hatte, daß sich diese Politik in der Tradition der "Tiergarten-4"-Richtlinien Hitlers von 1939 befinden. Was nun in neuem Gewand als "Regelung" daher kommt - also unter Umgehung des Kongresses -, wird unter Bedingungen brutalster Sparpolitik in Kombination mit dem bereits als "Todesrat" bekannten "Independant Payment Advisory Board" einen tödlichen Mechanismus schaffen, der den Wert des menschlichen Lebens der Kostenfrage unterwirft....
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Mit freundlichen Grüßen
Barbara Spahn
0611-2052127




