Das Schlesische Museum zu Görlitz erwirbt die
Glassammlung Dietmar Zoedler
Das Schlesische Museum hat eine
wertvolle Sammlung schlesischen Glases erworben. Bei einer Veranstaltung am
25.02.10 stellte Museumsdirektor Markus Bauer die 35 Gläser der Öffentlichkeit
vor. Sie stammen aus der Zeit vom späten 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.
Er dankte der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder,
dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie dem
Förderverein des Schlesischen Museums, die den Kaufpreis aufgebracht hatten. Dr.
Philipp Demandt von der Kulturstiftung der Länder begrüßte die gemeinsame
Initiative: sie habe es ermöglicht, die sorgfältig komponierte Sammlung vor
ihrer Auflösung zu bewahren und öffentlich zugänglich zu machen. Referatsleiter
Dr. Thomas Lindner vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
betonte die Aufwertung, die die ständige Sammlung des Schlesischen Museums durch
den Erwerb erfuhr. Das Museum sei nunmehr in die Lage versetzt, einen wichtigen
Bereich der schlesischen Kulturgeschichte in seiner ständigen Ausstellung mit
hochkarätigen und repräsentativen Exponaten darzustellen.
Die Sammlung
wurde von Professor Dietmar Zoedler aufgebaut, geboren 1925 in Breslau, einem
hervorragenden Kenner des Sammelgebiets und Verfasser des Standardwerks zum
Thema (Schlesisches Glas – schlesische Gläser. Würzburg 1996). Seine Sammlung
erwuchs aus dem Bestreben, Belegstücke für die Entwicklung der schlesischen
Glaskunst, für bestimmte Techniken und für herausragende Persönlichkeiten unter
den Glasmachern zusammenzustellen.
Seit dem späten Mittelalter wird in
Schlesien Glas hergestellt. Der Durchbruch kam am Ende des 17. Jahrhunderts.
Damals lösten Schlesien und Böhmen Venedig als führendes Glaszentrum Europas ab.
Dabei gab es lange Zeit eine Art Aufgabenteilung: Vielfalt und Masse des
Angebots kamen aus Böhmen, während auf der schlesischen Seite des
Riesengebirges, im Hirschberger Tal mit dem wichtigsten Standort Warmbrunn, die
feinsten Arbeiten im Bereich der Gravur entstanden.
Die ältesten Gläser
der Sammlung Zoedler stammen aus dem späten 17. Jahrhundert. Einige Exemplare
sind Friedrich Winter und seiner Werkstatt zuzuweisen, dem bedeutendsten
schlesischen Glasschneider in dieser frühen Epoche. Seine besten Gläser sind im
Hochschnitt gearbeitet: aus der starken Wandung eines Glases wird der Dekor im
Relief herausgearbeitet, indem das umgebende Material Schicht für Schicht durch
Schliff und Gravur abgetragen wird. Nur wenige dieser Inkunabeln des
schlesischen Glases haben sich erhalten.
Die Sammlung umfasst mehrere
Gläser aus der Mitte des 18. Jahrhundert, der „klassischen Epoche“ der
schlesischen Glasmacherkunst. Detailreiche und feinteilige Darstellungen -
Landschaftspanoramen, Stadtveduten und Schlachtenbilder – waren damals ihre
Markenzeichen. Im frühen 19. Jahrhundert bildete sich der Typus des Bäder- und
Souvenirglases aus. Die meist kleinformatigen Becher dienten der Erinnerung an
Freunde und Verwandte, an Reisen und Kuraufenthalte. Auch diese Epoche ist in
der Sammlung gut vertreten. Aus der großen Zahl von Ansichtengläsern des 19.
Jahrhunderts ragen einige aufwendig gestaltete Stücke hervor, meist in der
repräsentativen Form von Pokalen. Die Gefäßkörper sind mit mehreren
unterschiedlichen Schlifftechniken dekoriert. Manche sind bemalt. Selten und
wertvoll sind Gläser in Transparentmalerei, eine Technik, die aus der
Porzellanmalerei stammt. Die Sammlung Zoedler enthält zwei der schönsten in
dieser Art dekorierten Gläser.
Dr. Markus Bauer Direktor mbauer @schlesisches-museum.de
Schlesisches Museum zu
Görlitz Untermarkt 4/Brüderstraße 8 Öffentlichkeitsarbeit: 02826 Görlitz
Dr. Martina Pietsch Tel. 03581/ 8791-0 Tel. 03581 /
8791-132 www.schlesisches-museum.de mpietsch
@schlesisches-museum.de
Das Schlesische Museum zu Görlitz erwirbt die Glassammlung Dietmar Zoedler
Das Schlesische Museum hat eine wertvolle Sammlung schlesischen Glases erworben. Bei einer Veranstaltung am 25.02.10 stellte Museumsdirektor Markus Bauer die 35 Gläser der Öffentlichkeit vor. Sie stammen aus der Zeit vom späten 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Er dankte der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie dem Förderverein des Schlesischen Museums, die den Kaufpreis aufgebracht hatten. Dr. Philipp Demandt von der Kulturstiftung der Länder begrüßte die gemeinsame Initiative: sie habe es ermöglicht, die sorgfältig komponierte Sammlung vor ihrer Auflösung zu bewahren und öffentlich zugänglich zu machen. Referatsleiter Dr. Thomas Lindner vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien betonte die Aufwertung, die die ständige Sammlung des Schlesischen Museums durch den Erwerb erfuhr. Das Museum sei nunmehr in die Lage versetzt, einen wichtigen Bereich der schlesischen Kulturgeschichte in seiner ständigen Ausstellung mit hochkarätigen und repräsentativen Exponaten darzustellen.
Die Sammlung wurde von Professor Dietmar Zoedler aufgebaut, geboren 1925 in Breslau, einem hervorragenden Kenner des Sammelgebiets und Verfasser des Standardwerks zum Thema (Schlesisches Glas – schlesische Gläser. Würzburg 1996). Seine Sammlung erwuchs aus dem Bestreben, Belegstücke für die Entwicklung der schlesischen Glaskunst, für bestimmte Techniken und für herausragende Persönlichkeiten unter den Glasmachern zusammenzustellen.
Seit dem späten Mittelalter wird in Schlesien Glas hergestellt. Der Durchbruch kam am Ende des 17. Jahrhunderts. Damals lösten Schlesien und Böhmen Venedig als führendes Glaszentrum Europas ab. Dabei gab es lange Zeit eine Art Aufgabenteilung: Vielfalt und Masse des Angebots kamen aus Böhmen, während auf der schlesischen Seite des Riesengebirges, im Hirschberger Tal mit dem wichtigsten Standort Warmbrunn, die feinsten Arbeiten im Bereich der Gravur entstanden.
Die ältesten Gläser der Sammlung Zoedler stammen aus dem späten 17. Jahrhundert. Einige Exemplare sind Friedrich Winter und seiner Werkstatt zuzuweisen, dem bedeutendsten schlesischen Glasschneider in dieser frühen Epoche. Seine besten Gläser sind im Hochschnitt gearbeitet: aus der starken Wandung eines Glases wird der Dekor im Relief herausgearbeitet, indem das umgebende Material Schicht für Schicht durch Schliff und Gravur abgetragen wird. Nur wenige dieser Inkunabeln des schlesischen Glases haben sich erhalten.
Die Sammlung umfasst mehrere Gläser aus der Mitte des 18. Jahrhundert, der „klassischen Epoche“ der schlesischen Glasmacherkunst. Detailreiche und feinteilige Darstellungen - Landschaftspanoramen, Stadtveduten und Schlachtenbilder – waren damals ihre Markenzeichen. Im frühen 19. Jahrhundert bildete sich der Typus des Bäder- und Souvenirglases aus. Die meist kleinformatigen Becher dienten der Erinnerung an Freunde und Verwandte, an Reisen und Kuraufenthalte. Auch diese Epoche ist in der Sammlung gut vertreten. Aus der großen Zahl von Ansichtengläsern des 19. Jahrhunderts ragen einige aufwendig gestaltete Stücke hervor, meist in der repräsentativen Form von Pokalen. Die Gefäßkörper sind mit mehreren unterschiedlichen Schlifftechniken dekoriert. Manche sind bemalt. Selten und wertvoll sind Gläser in Transparentmalerei, eine Technik, die aus der Porzellanmalerei stammt. Die Sammlung Zoedler enthält zwei der schönsten in dieser Art dekorierten Gläser.
Dr. Markus Bauer
Direktor
mbauer @schlesisches-museum.de
Schlesisches Museum zu Görlitz
Untermarkt 4/Brüderstraße 8 Öffentlichkeitsarbeit:
02826 Görlitz Dr. Martina Pietsch
Tel. 03581/ 8791-0 Tel. 03581 / 8791-132
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