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sobota, 25 czerwca 2011
„Haskalah“ und die Geistes- und Sozialgeschichte des europäischen Judentums/ Haskalah and Religion 3-6 July 2011
Haskala (hebr. השכלה, "o¶wiecenie"), o¶wiecenie ¿ydowskie – ruch intelektualny europejskiego ¿ydostwa w pó¼nych latach XVIII wieku, opowiadaj±cy siê za ...



The 4thInternational Conference on Jewish Enlightenment
Haskalah and Religion 3-6 July 2011

Goethe University Frankfurt am Main

Organized by
The Martin Buber Chair in Jewish Thought and Philosophy, Goethe University Frankfurt
The Centre for German-Jewish Studies, University of Sussex
The Samuel Braun Chair for the History of the Jews in Prussia, Bar Ilan University
The Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts in der Bundesrepublik Deutschland

Die Haskalah - die jüdische Aufklärung - bietet ein faszinierendes Beispiel einer der vielgestaltigen „Aufklärungen“ des 18. und 19. Jahrhunderts, das zugleich ein einzigartiges Kapitel der Geistes- und Sozialgeschichte der europäischen Judenheit verkörpert, das für ein Verständnis der Modernisierung jüdischer Identität von entscheidender Bedeutung ist. Sie umspannte einen Zeitraum von etwa 120 Jahren (von den 1770er bis zu den 1890er Jahren) und eine ganze Reihe sehr verschiedener jüdischer Gemeinschaften - von London und Amsterdam im Westen und Kopenhagen im Norden bis hin nach Vilnius und St. Petersburg im Osten.

Die internationale Haskalah-Forschung, insbesondere in den USA und in Israel, hat in jüngster Zeit eine enorme Blüte erlebt und eine Vielzahl an Detailstudien zu unterschiedlichen Aspekten der intellektuellen Entwicklung und des sozialen Kontexts der jüdischen Aufklärung sowie neue Ansätze zur Interpretation der diversen Formen der Haskalah in West- und Osteuropa hervorgebracht. Als eine der bedeutendsten Forschungsrichtungen im Bereich der modernen jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte ist die Haskalah-Forschung in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit drei großen internationalen Konferenzen zu unterschiedlichen Aspekten dieses Phaenomens in Erscheinung getreten: 1994 konzentrierte sich die erste dieser Konferenzen an der University of Oxford unter dem Titel „New Perspectives on the Haskalah“ auf Fragen der historischen Periodisierung, die Frage des Verhältnisses der jüdischen zur allgemeinen Aufklärung und den Zusammenhang von Haskalah und Emanzipation der europäischen Juden; 2000 folgte eine zweite Konferenz an der Hebrew University in Jerusalem (mit dem Akzent auf der Vielfalt der Haskalah in verschiedenen Regionen Europas), 2006 dann die dritte Konferenz an der Universität Wroclaw, die den Schwerpunkt auf die späte Haskalah in Osteuropa legte. Seitdem hat sich die Haskalah-Forschung weiter spezialisiert und ausdifferenziert und eine Vielzahl neuer Themengebiete und Forschungsperspektiven entwickelt, die nun an der Goethe-Universität in einer hochkarätig besetzten Nachfolgekonferenz aufgegriffen werden soll, um eine vorläufige Bilanz der neuen Ansätze zu ziehen.

Einer der wichtigsten dieser neuen Diskussionszusammenhänge, wie sie u.a. von David Sorkin und Shmuel Feiner formuliert worden sind, betrifft die Thematik der Modernisierung und Säkularisierung des europäischen Judentums während des Zeitalters der Aufklärung. Der Prozess der Modernisierung selbst bedarf einer eingehenden Analyse und Interpretation - z.B. mit Blick auf das differenzierte Verhältnis von Haskalah und Tradition, Haskalah und Orthodoxie, Haskalah und osteuropäischem Chassidismus, Haskalah und säkularer Wissenschaft und Philosophie sowie Haskalah und jüdischem Nationalismus. Die Tagung soll zunächst, ausgehend von einer Diskussion über David Sorkins vergleichende Studie The Religious Enlightenment: Protestants, Jews and Catholics from Vienna to London (2008), die komplizierte Beziehung von Haskalah und Religion ins Zentrum stellen und die Rolle der Haskalah im Prozess der Säkularisierung der jüdischen Gemeinschaft ausloten. Anstatt dabei den Blick, wie so häufig, vor allem auf die Berliner Haskalah zu richten, liegt ein besonderer Akzent auf der bisher vernachlässigten Forschung zur Haskalah in anderen Regionen Europas - vor allem in Frankreich, England, den Niederlanden, Italien, Polen, Litauen und Russland. Ein zusätzlicher Akzent liegt auf Fragen der Gender-Forschung, der Beschäftigung mit den Sprachen und Literaturen, die mit der Haskalah verbunden sind (etwa die Entstehung des Neuhebräischen in Osteuropa) und der Erforschung der unlösbaren Zusammenhänge zwischen jüdischer und allgemeiner Aufklärung - im Spiegel dieser Themen soll dann auch das Verhältnis von Religion und Moderne insgesamt diskutiert werden.

http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/buber/haskalah/index.html